22 Jun 2026
Online-Vorhersagemärkte wie Polymarket bleiben in Deutschland trotz Verbotserklärung zugänglich

Regulierungsbehörden in Deutschland haben Online-Vorhersagemärkte wie Polymarket als illegales Glücksspiel eingestuft, doch diese Plattformen bleiben für Nutzer weiterhin erreichbar und ermöglichen Wetten auf bevorstehende Landtagswahlen sowie politische Entwicklungen, während Kryptowährungen und Anonymitätsfunktionen die Durchsetzung von Vorschriften erschweren.
Hintergrund der regulatorischen Lage
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat klargestellt, dass sogenannte Social Betting auf nicht-sportliche Ereignisse ohne Lizenz als unerlaubtes Glücksspiel gilt und daher verboten ist, wobei die Behörde auf Risiken wie Manipulation hinweist und gleichzeitig feststellt, dass technische Hürden eine effektive Kontrolle behindern.
Nutzer in Deutschland können dennoch auf Ereignisse wie den Rücktritt von Bundeskanzler Friedrich Merz setzen, da die Plattformen über dezentrale Strukturen und Kryptowährungen operieren, die eine Identifizierung und Sperrung erschweren.
Konkrete Wetten auf Wahlen im September 2026
In den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern im September 2026 bieten die Märkte bereits jetzt Optionen für Vorhersagen an, sodass Teilnehmer auf Ausgänge und politische Szenarien wetten können, während die GGL darauf verweist, dass solche Aktivitäten ohne Genehmigung stattfinden und potenziell anfällig für externe Einflüsse sind.
Die Plattformen erlauben es, Positionen zu politischen Entwicklungen einzunehmen, und Beobachter stellen fest, dass die Nutzung von Kryptowährungen die Transaktionen anonymisiert, was die Nachverfolgung durch Aufsichtsstellen erschwert und die Einhaltung nationaler Vorgaben behindert.
Warnungen der GGL und rechtliche Einordnung
Die GGL warnt vor der Teilnahme an illegalen Gesellschaftswetten und betont, dass diese Form des Glücksspiels nicht nur ohne Lizenz erfolgt, sondern auch Manipulationsrisiken birgt, die durch fehlende Kontrollmechanismen verstärkt werden. GGL warnt vor Teilnahme an illegalen Gesellschaftswetten
Rechtlich fallen diese Aktivitäten unter die Bestimmungen des Glücksspielstaatsvertrags, der nur lizenzierte Anbieter zulässt, während die Behörde feststellt, dass Plattformen wie Polymarket diese Anforderungen nicht erfüllen und daher als illegal gelten.

Herausforderungen bei der Durchsetzung
Die Durchsetzung der Verbote gestaltet sich schwierig, da Kryptowährungen und Anonymitätsmerkmale eine Identifizierung von Nutzern und Betreibern erschweren, was dazu führt, dass die GGL zwar Warnungen ausspricht, aber konkrete Maßnahmen gegen die Plattformen begrenzt bleiben.
Experten haben beobachtet, dass die dezentrale Natur solcher Märkte es ermöglicht, dass Aktivitäten trotz der Erklärung als illegal weiterlaufen, während die Behörde darauf hinweist, dass Manipulationen durch gezielte Einflussnahme auf Preise oder Ergebnisse begünstigt werden können.
Ausblick auf Juni 2026 und weitere Entwicklungen
Bis Juni 2026 werden Vorbereitungen auf die Landtagswahlen im September bereits fortgeschritten sein, sodass Wetten auf diese Ereignisse und den möglichen Rücktritt von Friedrich Merz auf den Plattformen weiterhin verfügbar bleiben, während die GGL ihre Position zu unlizenzierten Angeboten aufrechterhält.
Die Situation zeigt, dass technische Barrieren die Umsetzung von Regulierungen erschweren, und Beobachter stellen fest, dass Nutzer trotz der Warnungen Zugang zu diesen Märkten behalten, solange Kryptowährungsmechanismen und Anonymität bestehen bleiben.
Schlussfolgerung
Die Verfügbarkeit von Vorhersagemärkten wie Polymarket in Deutschland trotz der Illegalitätserklärung durch die GGL verdeutlicht die Spannung zwischen regulatorischen Vorgaben und technischen Realitäten, wobei Wetten auf die Landtagswahlen 2026 sowie politische Ereignisse wie den Rücktritt von Bundeskanzler Friedrich Merz weiterhin möglich sind und die Behörde auf die damit verbundenen Risiken hinweist.